Die Illusionsmaschine
Aber niemand nimmt ernst, dass wir zu sterben haben und dass dann ein Gericht kommt, dem wir uns stellen müssen, ob wir wollen oder nicht. Es gibt dann kein Entkommen mehr.
Die Versprechungen sind leer. Das Glück fällt heute aus. Und im Alter wird es zu spät sein zur Umkehr. Zu mächtig wurden die Lügen im Laufe des Lebens. Dann trifft der Tod uns unvorbereitet. Die Lügen reißen auf und der ganze Schrecken eines vertanen Lebens bricht über uns herein. Wir haben alle nur gespielt. Wir haben bunte Spielsachen und kleine bedruckte Zettel mit Zahlen aufgehoben. Wir haben Nichtiges auf Vergängliches gehäuft. Aber wir haben nicht gelebt. Wir haben bunte Filme und glitzernde Shows angesehen. Aber wir haben nicht gelebt. Wir haben unser Leben im Leerlauf brabbeln lassen, manchmal sinnlos darauf eingedroschen um wenigstens die Illusion zu haben, dass etwas geschieht. Das einzige, was wir damit beschleunigten war der eigene Tod.
Es hat sich mir tief eingebrannt, als wir in Sanary Sur Mer an der Cote d´ Azur langsam durch eine lautes, buntes Volksfest fuhren und im Cassettendeck ein Lied vom Jüngsten Tag spielte: „No escape, there is no escape from the hand of the Lord.“
Es gibt kein Entrinnen vor der Hand Gottes. Unsere Chance, unsere einzige Chance ist die, jetzt und freiwillig in seine Hand hinein zu laufen. Jetzt seinem Urteil recht zu geben, den Tod zu empfangen und die Auferstehung aus seiner liebenden Hand.
Das ist der Moment der Befreiung. Dann gibt es keinen Tod mehr für uns. Nur noch das volle Leben. Aber nicht mehr das Leben dieser Welt. Ihre Versprechungen und Lügen haben für uns aufgehört.
Alle anderen werden bis ins Mark erschrecken. Entsetzen wird sie packen und sie können nicht umkehren. Ihr selbstgewählter Weg wird ihr endgültiges Schicksal. Das alles ist kein Spiel. Es ist die entsetzliche Wahrheit.
Darum müssen uns Schrecken und Hass und allergrößte Liebe erfüllen. Schrecken vor dem Gericht, das unseren Nächsten ereilt. Ein unbändiger Hass auf die Lügen und Werke des Teufels. Und eine übermächtige Liebe zu den verlorenen Menschen.
Dass wir endlich aufhören uns ein gemütliches Plätzchen in der Illusionsmaschine herzurichten und die gleichen Dinge zu tun wie alle anderen um uns herum, nur dass wir zuvor ein bisschen beten und die schlimmsten Wörter weglassen.
Wer am Herzen Gottes lebt, der teilt Gottes Wünsche. Er teilt Gottes Liebe und seine Absichten. Für den werden die Versprechen und Belohnungen dieser Welt bedeutungslos. Denn er hat einen ganz anderen, unerhörten Reichtum empfangen, die Gemeinschaft mit Gott. Und sie wird ewig dauern. Größeres kann niemand erlangen, als Gottes Nähe.


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