Die Kraft der Schwachen
Wir müssen endlich wieder begreifen wie groß das Heil in Jesus Christus tatsächlich ist. Es sprengt das eigene kleine Leben und es sprengt das Leben ganzer Gesellschaften und Nationen. Wir leben in einem Land, das erstaunlich orientierungslos geworden ist. Die Parolen sind immer gleich und immer gleich wirkungslos. Die Menschen verlieren ihren Halt. Viele leben in einem großen Wohlstand und in einer erstaunlichen Sicherheit. Aber sie empfinden das nicht. Was sie empfinden ist Unglück und Hoffnungslosigkeit. Sie haben ihre Spielzeuge empfangen und merken, da ist gar nichts und sie sind nichts wert. Trotzdem klammern sie sich daran, in der verzweifelten Hoffnung ihnen doch irgendwie noch einen Sinn abtrotzen zu können. Sie können so nicht weitermachen, weil vieles längst ausgereitzt ist auf ihrem Weg in den äußeren Wohlstand. Die Hoffnungen auf den Besitz trügen sowieso. Offensichtlich muss ein Land nicht in Trümmer sinken, um in eine tiefe innere Krise zu stürzen. Die Auswege sind versperrt und niemand scheint die Schlüssel zu haben. Sollten da tatsächlich einige sein, die Schlüssel besitzen, so werden sie auf jeden Fall nicht gehört. Wahrscheinlich auch deshalb nicht, weil die Türen von denen diese Leute reden nicht den Vorstellungen der meisten Menschen entsprechen. So hämmern alle weiter an die fest verschlossenen Tore. Die Massen verkeilen sich ineinander und immer mehr Menschen verlieren den Halt und versinken in Hoffnungslosigkeit.
Vielleicht treiben wir gerade jetzt auf eine große Chance zu. Doch wo sind Nachfolger zu finden, die begriffen haben, was für eine gewaltige Antwort Gott geben will, kann und wird. Weil jene, die sich Christen nennen so sehr Teil des Systems dieser Welt sind, können sie gar nicht erkennen, welche Antwort Gott geben will. Sie sind nicht frei. Tausendfach sind sie verkettet mit dem System dieser Welt und hundertfach gebunden in religiös-christliche Kirchensysteme, die ihre Bewegungen massiv einschränken und ihr Denken in schwere Fesseln legen. Es soll ja niemand ausscheren. So aber wird unser Land niemals gerettet. Wer von diesen, die sich Christen nennen, auch immer behauptet eine Antwort zu haben, offenbart doch stets mit seinem Leben, dass er sie nicht hat. Denn auch er hängt an den selben Fesseln aus Arbeit, Geld, Wohlstand und Sicherheit wie alle anderen. Auch er sucht seine Hilfe im System, auf dem Arbeitsmarkt, bei den Ärzten und den Vermögensberatern. Diese Christen haben keine Antwort! Sie sind tot. Sie bringen keine Frucht. Ihre Gottesdienste sind jämmerliche Schauspiele. Ihre Hände sind leer. Weil sie den Weg nicht wissen, können sie auch niemanden führen. Sie haben einen schwachen Abglanz der Wahrheit empfangen. Doch Gott hören sie nicht zu und folgen ihm auch nicht. Das können sie gar nicht, da ihre Fesseln nicht durchtrennt sind. Entsetzlich groß wäre ihr Geschrei, käme Gott und begänne zu zerschneiden, was sie bindet. Sie haben ihre Sicherheit nicht in Gott und sie vertrauen ihm nicht.
Sobald aber jemand in ihrer Mitte aufsteht und beginnt, die Wahrheit zu sagen, so verbieten sie im den Mund und schweigt er auch dann nicht, so werfen ihn die Leiter hinaus. Die Kirchen, die sich christlich nennen, leiden an der gleichen Erkrankung wie die Welt um sie herum, denn auch sie haben nur stromlinienförmige Leiter, die dem alten System auf die alte Weise dienen. Erfolg haben sie schon lange nicht mehr, auch keine Vollmacht. Dennoch werden fortwährend auf die stets gleiche Weise einander sehr ähnliche Leiter produziert. Sie erhalten eine Urkunde, auf der verzeichnet steht, dass sie nun Pastoren seien. Aber sie sind blinde Blindenführer. Das einzige, was sie bewachen ist der Ausgang in die Freiheit. Sie gehen nicht hinein, weil es das Ende des Systems wäre, das sie nährt. Und sie lassen auch jene nicht vorbei, die hinaus wollen. So wird im Namen Gottes Gott selbst ausgesperrt. Er darf nur so viel berühren, wie gefahrlos für die Fesseln und falschen Sicherheiten berührt werden kann. Daneben stehen alle Sünden in voller Blüte. Und Unglaube und Ungehorsam sind so sehr die Regel in den Kirchen, dass Glaube und Gehorsam zuerst Erstaunen und dann Unwillen und schließlich Ablehnung hervorrufen. Dieses Prinzip gilt leider für alle Kirchen, so fromm und geistlich und geistbegabt sie sich auch vorkommen mögen. Da sind keine Ausnahmen. Selbst wenn Gott in ihrer Mitte handelt, mit einzelnen redet und Wunder tut, so sind dennoch die Fesseln nicht durchtrennt.
Jetzt ist eine Zeit, in der Gott die Kirchenleute ruft. Doch die meisten kehren zurück ins System. Sie glauben seinen falschen Versprechungen noch immer. Ein kleiner Rest nur wird das Herz haben, dem Ruf Gottes zu folgen, eine versprengte, abgerissene Gruppe merkwürdiger Gestalten wird sich außerhalb der Gemeindemauern sammeln. Sie werden ohne äußere Kraft und Schönheit dastehen, mit sehr wenig Gepäck Einzeln kommen sie herangewankt, schwach und sehr durstig. Ihre Kleider sind verschlissen, ihre Ersparnisse aufgebraucht und ihr Selbstvertrauen ist schwer beschädigt. Und dennoch haben sie das Vertrauen auf Gott nicht aufgegeben, so gefährdet es zuzeiten auch war. Sobald für diese Menschen die Zeit in der Wüste endet und die Fesseln abgestreift sind, beginnt die Zeit des Vertrauens. Vertrauen, Glaube, Gehorsam und Tod bilden eine schmerzhafte und gleichzeitig befreiende Einheit. Es ist der erneute Ruf in die Nachfolge. Aber diesmal wirklich. Diese Leute verlassen das alte System und werden zu Menschen ohne Besitz, ohne Ruheplatz, ohne Verwandtschaft und ohne Recht auf ihr eigenes Leben. Diese Leute machen die Worte Jesu nicht klein, bis sie in ihr altes Leben passen, sondern sie halten sie aus, bis sie daran zugrunde gehen. Denn das alte Leben taugt nicht für die neuen Gaben, die Jesus geben will. So beginnen diese Menschen zu oszillieren zwischen dem neuen Leben aus Jesus und dem alten Leben, das ihnen noch immer anhaftet und anhaften wird, solange sie die Luft dieser Erde atmen. Was sie so anders macht ist, dass sie tatsächlich gehen. Was auch immer es kosten mag, sie gehen. Sie machen sich lächerlich für Jesus, sie werfen sich in den Abgrund für Jesus, sie waten bis zum Bauch im Dreck für Jesus. Sie gehen. Sie hören den Ruf und folgen ihm. Es ist ihnen gleich, ob sie durch die Wüste müssen, durchs Feuer oder durch herrliche Gärten gehen dürfen. Sie gehen einfach. Es ist ihnen gleich, ob sie mit einem Obdachlosen reden sollen oder einem hohen Beamten oder wem auch immer. Sie gehen und reden. Es ist ihnen gleich, ob sie ein großes oder ein kleines Werk anfangen sollen, sie tun es einfach. Sie fragen keinen Pastor um Erlaubnis. Sie handeln. Es ist ihnen gleich, ob sie leben oder sterben, es ist ihnen gleich worauf sie verzichten oder was sie empfangen. Sie sind frei.
Diese Gestalten sind ein schrecklicher Anblick für die Hölle, denn sie können Dämonen austreiben, Krankheiten heilen, alle Arten von Wundern tun. Die Werke des Teufels werden zerstört. Seine Lügen werden entlarvt. Menschen werden frei, neue Wege zu gehen. Diese neuen Leute haben Antworten und haben Kraft. Sie fragen niemanden um Geld oder um Erlaubnis. Sie handeln. Und mit klopfendem Herzen und hoher Freude können wir zusehen, wie ihre Werke gelingen. Sie leben in der Freiheit. Darum können sie andere in die Freiheit rufen. Sie können Gefangene befreien. Das Reich Gottes ist bei ihnen. Der Heilige Geist erfüllt sie. Sie sind eins in Christus. Er ist das Haupt, das sie eint und leitet. Sie sind unberechenbar. Sie folgen keinem Programm und keiner Regel. Es ist immer überraschend, was sie tun. Nirgendwo ist so viel Freude, so viel Frieden, so viel Heil und Leben wie bei diesen Leuten. Sie sind anders. Allein ihre Anwesenheit verändert das Angesicht der Erde. Ihre Anwesenheit verändert eine Region, selbst wenn die meisten Menschen sie gar nicht bemerken. Sogar Nationen werden verändert.
Kirchen die Teil des Systems der Welt sind, sind kraftloses Salz, Reben am Weinstock ohne Frucht. Sie sind zu nichts nütze und nehmen jenen den Platz weg, die Leben haben. Ihre Zeit ist um. Groß ist die Trauer über sie und ihren Ungehorsam. Aber sie haben keine Bedeutung mehr. Sie werden zur Seite geräumt. Mögen sie noch ihre großen Bühnen aufbauen, Tausende versammeln und ihre Lautsprecher aufdrehen. Gottes Leute sind dabei sie zu verlassen. Und endlich finden sie neuen Raum für einen freien Glauben, der nicht mehr in Worten besteht, sondern in großer Kraft. Die neuen Leute Gottes werden Gefangene in die Freiheit rufen und Tote zum Leben. Sie werden wachsen und jede Art guter Frucht hervorbringen in der Kraft Gottes.
Man kann sich diesen Leuten nicht einfach anschließen wie einer neuen Mode oder einer attraktiveren Gemeinde in der Stadt. Der Preis ist zu hoch. Wer zu ihnen will muss Glauben haben und ihn sofort beweisen. Und ab dann jeden Tag. Man kann dort auch nicht leben, wie man’s gewohnt ist. Es gibt dort keine Hierarchien oder Machtstrukturen. Es gibt ein aufmerksames Lauschen auf die Stimme Gottes. Und weil diese Leute bereit sind zu gehorchen, redet er oft mit ihnen. Das hat zur Folge, dass es keine Deckung gibt, hinter der man sein kleines privates Leben verbergen könnte. Es wird schnell offenbar, was in einem jeden ist. Wer sein Leben nicht opfert, kann nicht dabei bleiben.
Diese Leute hacken mutwillig und mit voller Absicht alles ab, was sie an der Nachfolge hindert. Es ist ihnen lieber arm und verstümmelt in Gottes Reich zu gelangen, als mit irgendeinem Ding verloren zu gehen. Niemand kann einfach mitlaufen. Das heißt nicht, dass nicht ein Judas aufstehen könnte unter ihnen. Denn niemand ist ohne Sünde. Und listenreich ist der Teufel und abenteuerlich und töricht das eigene Herz. Doch Gott lässt sich finden von denen die ihn suchen.


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