Gott segnet keine Besserwisser
Als Gott Anweisungen für den Bau der Siftshütte gab, den Ort seiner Gegenwart während der Wüstenwanderung des Volkes Israel, da waren diese Anweisungen sehr detailliert und genau. Sie reichten von der Kleidung und dem Verhalten der Priester bis zu den Quasten an den verschiedenen Zeltbahnen. Alles sollte bis ins kleinste Detail nach seinen Anweisungen angefertigt und gemäß seinen Anweisungen benutzt werden. Er duldete keinerlei Abweichungen dabei. Als alles fertig und die Wartezeit eingehalten war, kam Gottes Geist und erfüllte den Ort. Wie genau Gott es nahm mussten zwei der Söhne Aarons erfahren, die für ihre Eigenmächtigkeit in diesem Moment mit dem Leben bezahlten. Ein Ort der Gegenwart Gottes ist stets auch ein gefährlicher Ort.
Die Anweisungen für den späteren Tempel in Jerusalem waren wieder sehr genau. Es ging nicht darum irgend einen Tempel zu bauen, sondern diesen einen ganz besonderen. Die gesamte Architektur, die Anordnung der Räume, Mauern und Höfe, die Dicke und Art der Mauern, die Materialien, alles war bis ins Kleinste vorgeschrieben. Es gab keine Spielräume für die Baumeister. Erst als alles so gebaut war, wie Gott es befohlen hatte und Salomo schließlich den Tempel eröffnete, da kam Gottes Geist und erfüllte den Ort, dass niemand mehr stehen konnte.
Heute gibt es keinen Tempel aus Stein mehr. Der Ort der Gegenwart Gottes ist kein Haus mehr. Seine Gemeinde, die Gemeinschaft der Menschen, die er herausgerufen hat, bildet seinen Tempel. Hier ist der Ort seiner Gegenwart.
Auch für diesen neuen Tempel hat Gott genaueste und detaillierte Anweisungen gegeben, wie er zu bauen ist, wer zu welchem Dienst herangezogen wird und wie er ihn zu verrichten hat.
Aber wir kümmern uns nicht darum. Es ist uns egal. Wir bauen den Tempel Gottes so, wie es uns gefällt. Wir ziehen dabei alles Mögliche zu rate, aber nicht seine Anweisungen. Wie Gott sein Haus gebaut haben will, ist für uns so abstrus, dass wir nicht im Entferntesten daran denken, seine Worte ernst zu nehmen. Lieber bauen wir unseren Tempel, unser Haus, unsere Gemeinde. Und dann soll Gott kommen und den ganzen großen Misthaufen segnen. Das tut er nicht.
Wir arbeiten viel, aber es kommt nichts dabei heraus. Wir evangelisieren mit großem Aufwand. Aber wenn man nach ein paar Monaten nachsieht, was dabei herauskam, so ist das Ergebnis erschütternd, denn es war wieder fast nichts. Diese Gebilde, die wir Gemeinde Gottes nennen wachsen nicht mehr. Sie sind unfruchtbar. Wir bauen unser Ding auf unsere Weise, aber das Haus Gottes, so wie er es haben will, das wird nicht gebaut. Schlimmer noch, es wird aktiv verhindert, dass es gebaut werden kann.
Ihr evangelisiert und wollt, dass euer Haus wächst, das der Baptolaner, der Lutheristen oder der Charismaten. Wenn jemand anfangen will, Jesus nachzufolgen, dann macht ihr aus ihm einen der euren, einen neuen Kathololiker oder Evangelikalurken und lehrt ihn von Anfang an, auf euren krummen Wegen zu gehen. Ihr seid blind und schlagt andere auch mit Blindheit.
Mir ist kein Wort in der Bibel bekannt, das mit so eindringlichen Worten eingeleitet wird, wie das von der Ordnung der Gemeinde im Brief an die Epheser. Nirgends sonst wird so ausdrücklich und ausführlich begründet, dass das, was jetzt kommt, der überlegteste und ausgereifteste Plan ist, den Gott für seine Gemeinde mitteilen will. Nachdem Jesus alles im Himmel und auf der Erde im Diesseits und Jenseits gründlich erforscht hat, gibt er eine Antwort, die alles einschließt was im gesamten Kosmos, im Diesseits und Jenseits zu finden ist. Es ist der Basisplan für die Gemeinde, der zentrale Grundriss auf dem alles weitere aufbaut. Es ist die Antwort für Erde, Himmel und Hölle. So soll sie aussehen. Gott setzt ein, als erstes Apostel, dann Propheten, dann Lehrer, Hirten und Evangelisten. Das ist der Plan. Aber er interessiert euch nicht. Ihr habt ihn nach euren Wünschen umgebaut. Zuerst und am gründlichsten verwarft ihr die Apostel. Denn sie waren es, die es nie ertragen haben, dass ihr euch aufteiltet in Petristen und Paulisten, in Ost- und Westkirche in Baptolaner und Lutheristen. Sie haben es nie ertragen, dass ihr aus der Gemeinde eine Organisation gemacht habt. Sie haben es nicht ertragen, dass ihr menschliche Hierarchien geschaffen und Jesus als das Haupt der Gemeinde verworfen habt. Sie haben eure falschen und toten Gottesdienste nicht ertragen. Sie sollten den Bau leiten und überwachen. Aber ihr wolltet das nicht. Ihr wolltet euer Haus bauen, eure Organisation euer Werk. Die Apostel sind bei euch stets die ersten, die gehen müssen. Sie sind die ersten, die den Mund verboten bekommen. Niemand will sie hören. Als nächstes mussten die Propheten gehen, weil ihre dauernden Mahnungen nicht willkommen waren. Bestenfalls habt ihr die Propheten ertragen, die euch nach dem Munde redeten und eure Eigenmächtigkeit nicht ansprachen.
Ihr habt die verworfen, die Gott an die erste Stelle gesetzt hat! Wie soll ein Tempel gebaut werden, wenn das wichtigste Element von Anfang an fehlt? Wie soll der funktionieren?
Fangt an und baut Gottes Haus. Nicht eure eigenen. Ihr aber seid Meister darin, die geraden Worte Gottes krumm zu machen. Manche sagen, Apostel und Propheten gibt es nicht mehr. Es ist schon alles gesagt und aufgeschrieben. Aber sie sagen es nur, um ihre eigenen Wege zu rechtfertigen. Manche sagen, die Apostel, das sind die Leiter unserer Kirchenverbände. Und es kann sein, dass eine ungehorsame, eigenmächtige Gemeinde ihre Apostel kauft und gefügig macht, mit falscher Arbeit überschüttet und sie so zum Schweigen bringt, bis sie verbogen, gebrochen und harmlos geworden sind.
Die meisten von ihnen aber stehen außen, außerhalb jeder Gemeinde und schauen fassungslos auf die Blindheit und den Ungehorsam. Sie ertragen nicht, was dort geschieht. Sie können niemals einen Namen tragen, der einer Gemeinde von Menschen gegeben wurde. Wie kann einen menschlichen Namen tragen, was Gott allein gehört? Der Name verrät, wie wir die Sache wirklich sehen, was die wahren Besitzverhältnisse sind.
Es sind allein die Apostel, die einer ungehorsamen Gemeinde den Weg zurück wieder zeigen können, zurück zu einer Gemeinde nach dem Herzen Gottes. Viele Jünger lesen mit leuchtenden Augen von der ersten Gemeinde in Jerusalem oder von den ersten Gemeinden im Mittelmeerraum. Sie können erkennen, dass das, was dort beschrieben ist richtig und gut ist. Aber sie finden den Schlüssel nicht. So bleiben sie bei Treffen, die zwar dem Namen nach Gottesdienste sind, die aber mit den Gottesdiensten des neuen Testaments nichts zu tun haben. Sie bleiben in Kirchen, die zwar dem Namen nach Kirchen sind, die aber mit der Kirche des neuen Testaments nichts zu tun haben. Sobald sie versuchen, ohne Apostel zu bauen, wird es wieder schief.
Wenn das Volk Israel erschüttert war, dann suchte es die Propheten um von ihnen den Willen Gottes zu erfahren. Eine ungehorsame Gemeinde muss als erstes ihre Propheten wiederfinden. Dann kann sie beginnen mit ihnen gemeinsam die Apostel zu suchen und zu rufen. Das ist nicht leicht. Denn die Apostel sind demütige Leute. Sie tragen keinen leuchtenden Aufdruck auf ihren Jacken. Sie bezeichnen sich selbst nicht als Apostel, bestenfalls als apostolisch. Wer sich selbst so nennt, ist es wahrscheinlich gar nicht. Apostel sind erprobte und gereifte Leute. Sie sind nicht mehr stolz. Sie werden sich nicht vor der Gemeinde zu erkennen geben. Sie müssen von der Gemeinde erkannt werden.
Solange die Apostel nicht zurück sind, wird gar nichts passieren. Kehren sie aber zurück, so ist dies das Ende für viele liebgewordene Dinge. Sie sind das Ende der Götzen, auch der unerkannten Götzen. Mit ihnen kommt das Risiko zurück. Mit ihnen beginnt der Kampf von neuem, zu dem die Gemeinde gerufen ist. Sie sind das Ende der Denominationen, das Ende der Institutionen und das Ende der Organisationen. Sie sind das Ende der Gemeinden und ihr Anfang. Sie sind das Ende der Kirchengebäude, der Liturgien und Rituale, der Programme. Sie sind das Ende des Klerus und das Ende der Laien.
So wie die Reformkönige des alten Testaments die Häuser und die Höhen der Berge von falschen Altären und Götzen reinigten, so reinigen die Apostel die Gemeinde. Am Ende wird sie nicht wiederzuerkennen sein. Eine Gemeinde ohne Namen, ohne Pastor, ohne Kirchengebäude, ohne Programm, ohne die alte Leitungsstruktur, ohne Liturgie, ohne Mitgliedschaft, ohne Herrschaft Mammons, wird sehr anders aussehen.
Und sie wird in ihrem ganzen Wesen sehr anders sein. So wie Gott sie wollte. Lebendig, geisterfüllt, ein Ort seiner ständigen Gegenwart. Unberechenbar, kraftvoll. Und gleichzeitig schwach, klein, namenlos. Und gerade darin unbesiegbar. Die Hölle wird wieder zittern.
Gott hat die Apostel eingesetzt, damit sie seiner Gemeinde diesen Weg zeigen und sie auf diesem Weg halten. Es ist ein Weg voller Unsicherheiten, voller Wagnis und voller Veränderungen. Ein Weg von Saat und Ernte, von Tod und Auferstehung, von Fülle, Wachstum und Glück. Sie lassen die Gemeinde nicht in falscher Ruhe. Sie fordern heraus. Sie zeigen wie es geht. Niemand kann das außer ihnen. Gott wollte es so. Wer's nicht glaubt, der soll es an der Bibel prüfen.
So wie Gott es liebt, dass wir ihm freiwillig folgen, so kann man auch den Aposteln nur freiwillig folgen. Sehr viele werden es niemals tun. Sie werden in ihren falschen Gemeinden bleiben und ihre falschen Gottesdienste richtig nennen. Sie werden die Unordnung Ordnung nennen und den Ungehorsam Gehorsam. Sie werden daran ersticken. Am letzten Tag möchte ich keiner von ihnen sein.
Viele hören jetzt den Ruf. Viele spüren es längst in ihren Herzen, dass es Zeit ist für einen neuen Anfang. Aber wollen sie diesen Anfang noch, wenn sie sehen, wie er aussieht? Was dann kommt ist kein Spiel mehr. Es besteht nicht in Worten. Es ist der erneute Ruf in die Nachfolge. Gemeinsam mit Leuten, die es ernst meinen.

